Warum das Schweizer 3-Säulen-System nicht genug Sicherheit bietet

Wir Schweizer sind zu Recht stolz auf unsere 3-Säulen des Sozialversicherungssystems. Es ist ein Weltklasse-Angebot und verfügt über einen integrierten Schutz für Schweizer Bürger. Dennoch ist es nicht perfekt, da es unsere Lieben ungeschützt lassen könnte, falls einem von uns etwas Unglückliches passiert.

Da es in der Bevölkerung einen so guten Ruf hat, verleitet es viele zu einem falschen Sicherheitsgefühl. Bevor wir auf dieses falsche Sicherheitsgefühl eingehen, ist es wichtig zu verstehen, was das Schweizer 3-Säulen-System ist und wie es funktioniert.

Was ist das Schweizer Drei-Säulen-System?

Das Schweizer Drei-Säulen-System ist in drei verschiedene Sicherheitsstufen unterteilt. Jede Säule hat einen anderen Zweck und wird von einer anderen Institution in der Schweiz unterstützt. Ziel dieses Systems ist es, uns ein finanzielles Sicherheitsnetz zur Verfügung zu stellen, das uns ermöglicht, unser Leben nach der Pensionierung mit unserem gewohnten Lebensstandard fortzusetzen.

  1. Säule 2. Säule 3. Säule
Ziel Sicherung des Grundeinkommens (deckt derzeit kaum die Armutsgrenze) Fortsetzung des normalen Lebensstandards (eigentlich 60 - 70% des letzten Gehalts), kann aber in gewissen Fällen geringer sein. Aufstockung der Leistungen (zum Ausgleich der Unterdeckung aufgrund der Säulen 1 und 2)
Unterstützt von? AHV: Alters- und Hinterlassenenversicherung
IV: Invalidenversicherung
SB: Zusatzleistungen
BVG: Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge Einzelpersonen über
3a: Eingeschränkter Pensionsplan
3b: Uneingeschränkter Pensionsplan 3b
Wer bezahlt? Die 1. Säule ist für alle, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten, obligatorisch. Sie deckt den Existenzbedarf im Alter, sichert Sie im Invaliditätsfall ab und schützt unsere Hinterbliebenen im Todesfall. Zusatzleistungen werden nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgezahlt. Die berufliche Vorsorge ist für alle Erwerbstätigen mit einem Jahreseinkommen von mindestens 21'150 Franken (2018) obligatorisch. Die 2. Säule soll den gewohnten Lebensstandard sichern. In Kombination mit der Säule 1 sollte sie etwa 60 bis 70 Prozent unseres letzten Gehalts ausmachen. Alles darüber hinausgehende muss durch die private Altersvorsorge abgedeckt werden. Die 1. und 2. Säulen reichen oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu erhalten. Mit der 3. Säule kannst Du diese Lücke schließen. Zahlungen sind freiwillig, aber Du sparst auch bei der Steuern, da in der Säule 3a eingezahlte Beträge von steuerbaren Einkommen abgezogen werden können.

 

Lücken im Drei-Säulen-System

Das Schweizer Drei-Säulen-System hält das Versprechen, den gewohnten Lebensstil weiterzuführen, für einen großen Teil unserer Gesellschaft nicht ein, auch wenn es als Idee beeindruckend ist. Tatsächlich ist das System so konzipiert, dass die Säulen 1 und 2 zusammen etwa 60-70% Deines letzten Gehalts ausmachen. Wenn Du selbständig bist, bist Du nur in der ersten Säule versichert (da die 2. Säule nicht obligatorisch ist, wie es beim Angestellten der Fall wäre). Das bedeutet, dass Deine Lieben im Todesfall begrenzte Leistungen erhalten, die ein Einkommen ermöglichen, das kaum über die Armutsgrenze hinausgeht.

Bei unverheirateten Paaren mit Kindern können die Lücken noch größer und finanziell problematisch sein, da der überlebende Partner oft keinen Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente hat. Dies sind nur einige von vielen Beispielen, bei denen innerhalb des schweizerischen 3-Säulen-Systems Deckungs-/Schutzlücken bestehen.

Um sicherzustellen, dass Dein Lieben nicht leiden, musst Du bestimmen, wie viel sie von Deinen ersten beiden Säulen erhalten würden, falls das Undenkbare passieren sollte. Wenn ein Assessment eine Deckungslücke feststellt, empfehlen wir Dir, einen zusätzlichen Schutz in Form einer reinen Lebensversicherung zu erwerben. Darüber hinaus ist es auch ratsam, mit dem Sparen in der 3. Säule zu beginnen, um eventuelle Deckungslücken auszugleichen. Tatsächlich sind reine Lebensversicherung und Sparen zwei Seiten derselben Medaille.

 

Leave your comment